FUMS goes Premier League

FUMS goes Premier League. Unser Mann auf der Insel? Dominik Sliskovic. Hier schreibt er über britische Fußball- und Fankultur. Mal Prem, mal Pub. Vor allem aber immer ganz nah dran am Gegner – oder am Glas.


Danke, Jamie Vardy! Danke, dass du es mir um einiges leichter machst, Leuten zu erklären, wo es mich zum Studium hin verschlägt. Klar, Leicester, diese Industriestadt in den East Midlands, die nicht nur etwa gleich groß, sondern auch ebenso unscheinbar wie Bielefeld ist, hat auch andere interessante Persönlichkeiten und Dinge zu bieten. Gary Lineker ist hier geboren, ebenso der preisgekrönte Dokumentarfilmer Sir David Attenborough, König Richard III. hat in Leicester den Tod gefunden und die örtliche Universität hat vor Jahrzehnten den DNA-Test entwickelt. Schon ganz cool, aber wer hat das ernsthaft auf dem Schirm?

Nein, es ist Jamie Vardys Verdienst, dass Leicester sich einen globalen Namen gemacht hat. Er, der vorbestrafte Ex-Amateur, war das Gesicht des Leicester City Football Club, der die Saison 2015/2016 sensationell als englischer Meister abschloss – und das, obwohl die Wettquoten 5.000:1 gegen die Mannschaft standen. Kitschiger könnte nicht einmal ein Märchen für Fußballromantiker sein. Nur schade, dass die Foxes im Anschluss an ihre Ausnahmeleistung zu einem stinknormalen Premier-League-Team mit zu hohen Erwartungshaltungen mutierten.

Ranieris legendäre Pizza-Partys
Das alljährliche Erreichen der Top 6 wurde als Ziel ausgerufen – und das, wo man wenige Jahre zuvor Old Trafford, Anfield und Co. nur in der britischen Variante der Sportschau zu Gesicht bekam und der Alltag Spiele gegen die Tranmere Rovers bereit hielt. Trainerveteran Claudio Ranieri, der seinen Spielern nach einem Sieg auch mal zwei Tage freigab, um mit Mutti in Italien Pasta zu Mittag zu essen, musste nicht einmal ein Jahr nach der Meisterschaft und als Champions-League-Viertelfinalist seinen Hut nehmen. Der Klubbesitzer sah die Saisonziele in Gefahr, da halfen auch Ranieris legendäre Pizza-Partys nicht mehr.

Leicester-Boss Vichai Srivaddhanaprabha ist dabei das Paradebeispiel des exzentrischen Milliardärs, den FIFA auf der PS4 zocken längst langweilt und sich stattdessen einen realen Verein zu Unterhaltungszwecken anschafft. Der Thailänder lässt sich nicht nur gerne kurz nach Abpfiff vom Helikopter am Mittelkreis abholen, sondern schenkte jedem Spieler der Meistermannschaft einen nagelneuen, 105.000 Pfund teuren BMW i8s. Selbst Andrej Kramaric, zur Winterpause 2015/2016 nach Hoffenheim gewechselt, durfte sich über einen solchen Wagen freuen. Hatte den LCFC in seinen unglaublichen 22 Minuten auf dem Platz ja beinahe im Alleingang zur Ligakrone geballert.

Aktuell ist es etwas ruhiger geworden um die Foxes, was auch daran liegt, dass sie unter Trainer Claude Puel „nur“ auf einem grundsoliden achten Platz in der Premier League stehen. Wie sich die Saison in der Rückrunde weiterentwickeln wird und wie das Freibier schmeckt, das der thailändische Klubbesitzer an seinem Geburtstag ausschenkt, aber auch was für Geschichten das alltägliche Leben zwischen Premier League und Pub erzählt, all das werde ich ab sofort für euch bei FUMS & Rush berichten.


Von Dominik Sliskovic

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