Das Trainerkarussell hat so viel Fahrt aufgenommen, es soll angeblich bald Berater von Sebastian Vettel werden. Trotzdem ist das alles irgendwie furchtbar langweilig, findet unsere Schiffschaukelbremserin Eva-Lotta Bohle.


Das sprichwörtliche Trainerkarussell in der Fußballbundesliga der Männer gleicht momentan eher der örtlichen Kirmes mit einer großen Auswahl von Fahrgeschäften und Zirkusdarbietungen:

Einige Vereine haben sich für die Achterbahn in Sachen Trainerwechsel entschieden. Einer sitzt gefühlt seit zwölf Monaten im Hangover, am Sitz festklammernd und auf den Fall wartend, fest. Einer konnte auch beim fünften Mal Hau den Lukas nicht den Hauptgewinn erzielen. Wieder andere bleiben glücklich Runde für Runde im Riesenrad sitzen. Und dann ist da noch RB Leipzig, die sich für die langweiligste Attraktion auf dem ganzen Rummel entschieden haben:

Jesse Marschs Wechsel von Salzburg zum womöglichen Vizemeister der Saison 2020/21, ist in etwa so aufregend, wie eine Fahrt auf dem Kinderkarussell, wenn du dich auch für Achterbahn und Co. entscheiden kannst. Mal ernsthaft, Menschen, die jetzt kommen und sagen „was, Marsch geht zu Leipzig, nachdem er vorher bei RB Salzburg und New York Red Bulls war?“, zeigen sich auch überrascht, wenn der FC Bayern wieder Meister wird. Das RB-Franchise war bis jetzt vor allem für Spieler ein Karussell aus Bullen mit Flügeln, jetzt sind eben auch Trainer zugelassen. Das einzig Interessante an der ganzen Sache ist vielleicht eher die Tatsache, dass Marsch das vorläufige Ende einer Reihe von fallenden Dominosteinen – pardon, wechselnden Trainern, ist: Stand jetzt gibt es nur zwei Vereine, die mit dem gleichen Trainer in die neue Saison starten, mit dem sie die letzte begonnen haben: SC Freiburg und Werder Bremen, wobei man beim letzteren die Worte „Stand jetzt“ betonen muss. 

Beim Thema Trainerwechsel und Bundesliga könnte man sich jetzt wieder über so viele Dinge aufregen. Dass auf einmal auch für Trainer Ablösesummen im zweistelligen Millionenbereich gezahlt werden, nachdem man sich als deutscher Fußball doch demütig zeigen wollte in dieser Pandemie. Dass anscheinend jetzt um die Ablöse von Trainern gespielt wird. Dass langfristige Beschäftigungen von Trainern immer mehr Sache der Vergangenheit sind.

Auf Rummelplätzen oder auf der Kirmes gibt es meistens auch Zirkuszelte. Und eigentlich könnte man sagen, dass sich die Vereine immer wieder aus dem Zelt raus bewegen, um kurz zu gucken, wo sie das Geld ausgeben können, dass sie vorher mit ihren Zirkusdarbietungen eingenommen haben. Ob Jesse Marsch beim Dosenwerfen erfolgreich sein wird? Da müssen wir uns Zuschauer*innen ein wenig gedulden – der Zirkus „Bundesliga“ ist bald wieder in der Stadt!

Zieh dir das mal schnell rein hier:
„Nagelsmann 10 Mio. günstiger als Renato Sanches“

Es ist fix, was sich die letzten Tage angebahnt hatte: Julian Nagelsmann wechselt von RB Leipzig zum FC Bayern München…

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