Wenn Sky morgen sagt: Patrick, künftig entweder nur noch Livespiel und Fieldreporter oder nur noch der Sky90-Talk, dann entscheidest du dich für den Talk, oder?
(zögert) Ich sage es mal so: Gott sei Dank musste ich diese Wahl bisher nie treffen. Für mich ist beides wichtig. Für den Talk spricht natürlich, dass du mehr in die Tiefe gehen kannst. Da bin ich mehr als Moderator gefordert. Aber das Interview am Spielfeldrand finde ich nach wie vor absolut faszinierend. Wenn das rote Licht an ist, dann bin ich schon auch angespannt. Gelassenheit hin oder her. Dass ich auch am Rasen stehe, ist auch wichtig für den Talk. Also ich war neulich erst in Liverpool. Das würde ich schon sehr ungerne eintauschen ehrlich gesagt.

Sky hat sich die Premier League-Rechte gesichert für die kommenden drei Spielzeiten. Verfolgst du, was die Konkurrenz macht?
Ehrlicherweise nutze ich tatsächlich am meisten uns. In der Fußballberichterstattung schaue ich die Konferenz und das Topspiel. Ich schaue am Freitagabend auch mal das Eurosport-Spiel, die Vor- und Nachläufe. Ich nutze ARD und ZDF, gucke regelmäßig das aktuelle Sportstudio. Das ist schon auch wichtig für mich, das ist erstmal allgemeines Interesse, aber auch Marktbeobachtung.

Kannst du dir vorstellen, dich in Zukunft noch auf weiteren Feldern im Medienbereich auszuprobieren? Gibt es Ziele und Pläne?
Mein Kerngeschäft ist eindeutig der Sport und hier vor allem der Fußball. Insofern bin ich gut beraten, weiterhin dem Fußball in irgendeiner Form treu zu bleiben und es zu verbinden mit Gesprächen, Talk oder Moderation. Es gibt nicht diesen einen Plan für die Zukunft. Ich habe viel mehr erreicht, als ich mir jemals erträumt habe. Seit fast 30 Jahren mache ich jetzt Fernsehen und weil es sich immer wieder verändert hat, ist es immer noch spannend.  

Das klingt sehr geordnet und klar in Zeiten, in denen man ja bekanntlich niemals nie sagen soll. Kein Polittalk, keine Unterhaltungsshow?
Nein, nein. Und auch keine Kochshow. Ihr habt es gut beobachtet eingangs: Ich bin ein sehr konstanter Mensch. Das darf man nicht verwechseln mit Langeweile oder Routine. Ich bin im Fußball sehr gut aufgehoben.

Jetzt mal etwas flapsig gesagt: Wenn ich sehe, was beim HSV passiert – es hätte mich schon einmal gereizt, irgendwann beim HSV Verantwortung zu übernehmen.

In deinem Interesse: Mach das bloß nicht…
Ich weiß auch nicht, ob das zum Vorteil für den HSV wäre (lacht). Es gibt eine sehr gute Balance in meinem Leben. Sowohl beruflich als auch privat. Dadurch, dass ich mein Büro in Hamburg habe, selber ausreichend Sport machen kann, eine tolle Familie habe, bin ich ein sehr glücklicher Mensch. Aber es ist wie mit den Schlagersängern, die irgendwann ihren größten Hit nicht mehr singen: Genauso gibt es Sportkommentatoren und -moderatoren, die es irgendwann in eine andere Branche zieht. Ich fühle mich aber sehr wohl.


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Das Interview führten Lars Kranenkamp & Cord Sauer
Fotos: Max Hartmann

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design&umsetzung: stark&kreativ