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Nachdem russische Vereine und Teams aus den Wettbewerben der FIFA und UEFA suspendiert worden sind, reagierte nun Russlands Fußballverband (RFS). In einer Stellungnahme appellierte man an die Neutralität des Sports. Auch Spartak Moskau ist direkt vom Ausschluss betroffen.


Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine haben am Montag auch der internationale Fußballverband FIFA und das europäische Pendant UEFA reagiert und russische Teams von ihren Wettbewerben ausgeschlossen. Besonders hart trifft das die Russische Männer-Fußballnationalmannschaft und Europa-League-Teilnehmer Spartak Moskau.

Die Sbornaja kann sich die Teilnahme an der WM 2022 in Katar im Winter nun abschminken: Die Playoff-Spiele gegen Polen und Tschechien/Schweden werden nach dem Ausschluss für sie nicht stattfinden, eine Qualifikation für das Turnier somit nicht möglich. Die Gegner hatten sich bereits im Vorfeld der Suspendierung dazu entschieden, die Partien gegen Russland zu boykottieren. Dementsprechend enttäuscht zeigte sich der Landesverband in einem Statement: „Wir glauben, dass diese Entscheidung […] gegen den Ethos von Sportlichkeit und Fairplay verstößt. Sie ist diskriminierend und betrifft eine enorme Zahl an Athleten, Trainern, Coaches, Offizielle von Clubs und Nationalmannschaften, aber, viel wichtiger, Millionen von russischen und internationalen Fans, deren Interessen sicherlich die Priorität aller internationaler Sportorganisationen sein sollte“.

„Aktionen wie diese sind extrem spaltend für die internationale Sportcommunity, die immer die Prinzipien von Gleichheit, gegenseitigem Respekt und Unabhängigkeit von Politik einhielt“, hieß es im Statement weiter. Auch Nationaltrainer Valerij Karpin äußerte sich: „Wörter können nicht beschreiben, wie traurig wir […] sind. Unsere Hoffnung war es, dass das Spiel den Gewinner der Playoffs entscheiden würde. Mir tun meine Jungs leid: Sie träumten davon, bei der WM mitzuspielen“. Der Verband will gegen die Entscheidung Einspruch einlegen.

Erstliga-Club Spartak sollte im Achtelfinale der UEFA Europa League eigentlich auf Ex-Trainer Domenico Tedesco und RB Leipzig treffen. Nach dem Ausschluss des russischen Vizemeisters zieht der Bundesligist aber kampflos ins Viertelfinale ein. Der Verein aus Moskau reagierte ähnlich wie sein Verband: „Die Entscheidung unser Team von der Europa League auszuschließen ist erschütternd. Wir glauben, dass Sport, auch in den schwierigsten Zeiten, darauf zielen sollten, Brücken zu bauen, nicht diese abzubrennen“. Doch auch Friedensbekundungen waren zu vernehmen: „Wir werden uns nun auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren und hoffen auf ein schnelles Erreichen des Friedens, den alle brauchen“. Zudem wünschte man dem Ex-Trainer und seinem Verein alles Gute: „Wir hoffen, dass sich unsere Wege in der Zukunft nochmal kreuzen werden, aber unter friedvolleren Umständen“.

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