Der Ball rollt wieder am Wochenende. Was bedeutet das eigentlich für die 2. Fußball-Bundesliga? Egal – finden wir. Und trotzdem geht es für die Klubs um Existenzielles: Der HSV und der VfB sagen sich: „Nimm du den Aufstieg, ich hab ihn sicher“, die Arminia aus Bielefeld stolziert weiter munter Richtung Oberhaus während Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg zuletzt irgendwie so gar keinen Bock mehr hatten. Was geht mit dem 1. FC Heidenheim? Und überhaupt: Wer darf sich noch Chancen für den Aufstieg ausrechnen? Luis Manzi, fleischgewordene Zweitligazugehörigkeit, gibt einen kurzen Überblick.


Mal Brennpunkt, mal heile Welt – der VfB Stuttgart ist ein klassisches Problemkind im deutschen Fußball.  Altstars wie Mario Gomez, Holger Badstuber und Gonzalo Castro führen die Mannschaft mit oft dürftigen Leistungen an. Jungstars wie Silas Wamangituka, bei dem die Aussprache seines Nachnamens holpriger ist als jede Schotterpiste der Rallye Dakar, zündet genauso wenig wie Nicolas Gonzales. Immerhin konnte man Buchwald als Vereinspräsident abwenden. Ganz klar: Der VfB ist zwar auf Platz Zwei und Aufstiegsfavorit, doch wer sich nicht nachhaltig im Laufe einer Saison steigert, kann auch ganz schnell in Schwierigkeiten geraten.

Diese möglichen Schwächephasen will der Außenseiter im Aufstiegskampf, der 1. FC Heidenheim, für sich nutzen. Und sind wir mal ehrlich: Trainer Frank Schmidt gehört längst in die Bundesliga. Mit Marc Schnatterer hat er den perfekten Capitano an seiner Seite und zermürbt seine Gegner. Drei Punkte hinter dem HSV und somit dem Relegationsplatz. Prognose: Der FCH packt noch einen der zwei Favoriten. Übrigens: Die Stimmung bei den Heimspielen rangierte zuletzt bereits konstant auf Geisterspiel-Niveau – klarer Wettbewerbsvorteil!!! 

Als weiterer Favorit gesellt sich der HSV unter die derzeitigen Top Vier. 6:2 gegen den VfB in der Hinrunde gewonnen. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat gratulierte dem HSV schon zum Aufstieg. Aber wer könnte mit seinem eigenen Gesäß besser einreißen, was man sich zuvor mühevoll aufgebaut hat? Riiiichtig! Niemand. Beim HSV bleibts spannend. Beide Derbys gegen den FC St. Pauli gingen verloren, die Saison ist eigentlich eh gelaufen.

Der Sonnenplatz gehört der Arminia aus Bielefeld. Hach, muss das herrlich sein, zuzusehen wie die großen Brecher des deutschen Fußballs in der zweiten Liga immer wieder auf Eisberge stoßen. Ja, die Arminia entzückt nicht mit schönem Fußball, sondern mit Kampfgeist und dem unbedingten Willen, Spiele zu gewinnen – erst zwei Niederlagen sprechen für sich. Bielefeld steigt auf. Und das, weil sich die Mannschaft weniger Fehler als die Konkurrenz erlaubt, aber auch die nötige kämpferische Seite hat, die man für die 2. Bundesliga benötigt.


Von Luis Manzi

design&umsetzung: stark&kreativ