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Der ehemalige Bundesliga-Trainer Markus Gisdol hat um eine sofortige Vertragsauflösung bei Lokomotive Moskau gedrängt. Als Grund nannte der 52-Jährige die Kriegsführung Russlands in der Ukraine.


Am Ende wurde es doch ein recht kurzes Kapitel: Erst im Oktober wurde Markus Gisdol vom damaligen Sportlichen Leiter Ralf Rangnick als Cheftrainer bei Lokomotive Moskau instruiert. Nur vier Monate später trennen sich die Wege wieder. Für Gisdol waren die aktuellen Geschehnisse rund um den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland unvereinbar mit seiner Tätigkeit in der Premier Liga.

Deshalb habe er auf eine Auflösung des Vertrags gedrängt und soll bereits nach Deutschland zurückgekehrt sein. Gegenüber der Bild äußerte er sich zu seiner Entscheidung. „Fußballtrainer ist für mich der schönste Job der Welt. Ich kann meiner Berufung aber nicht in einem Land nachgehen, dessen Staatsführer einen Angriffskrieg mitten in Europa verantwortet.“

Compper übernimmt interimsweise

Vor etwa fünf Tagen marschierte die russische Armee auf ukrainisches Gebiet und eröffnete das Gefecht. „Das geht mit meinen Werten nicht überein, deshalb bin ich mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Trainer von Lokomotive Moskau zurückgetreten. Ich kann nicht in Moskau auf dem Trainingsplatz stehen, die Spieler trainieren, Professionalität einfordern und ein paar Kilometer weiter werden Befehle erteilt, die großes Leid über ein gesamtes Volk bringen. Das ist meine persönliche Entscheidung und hiervon bin ich absolut überzeugt.“

Vorläufig wird Gisdols Assistenztrainer Marvin Compper das Training übernehmen. Wie seine und die Zukunft des weiteren Betreuerstabs aussieht ist noch nicht geklärt. In der Liga steht Lok auf dem siebten Tabellenrang. In der Europa League schied der Klub, der Eigentum der russischen Staatsbahn RZD ist, schon in der Gruppenphase aus.

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