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Der 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga war für den VfL Bochum historisch: Eine kämpferische und ansehnliche Leistung führte den Aufsteiger zum 4:2-Sieg über die Bayern. Die Münchener muss den Samstagnachmittag dagegen aufarbeiten. Auf der Suche nach Gründen für die Niederlage kommt der Meister nicht um die eigene Mentalität herum.


Ob der FC Bayern bereits im bayrischen Duden verewigt wurde? Mit der Leistung am Wochenende lieferte der Tabellenführer zumindest eine brauchbare Beschreibung für den Begriff „Watschn“: „Wenn die Bayern bei Aufsteiger Bochum ordentlich einen auf den Deckel bekommen“. Zugegeben ist es vielleicht nicht die beste Erklärung, doch der Auftritt beim VfL am Samstag kam schon ziemlich nah an eine Ohrfeige ran. Für Allrounder Joshua Kimmich war es kein gewöhnlicher Ausrutscher.

Trotz der frühen Führung fingen sich die Bayern bis zur Halbzeit gleich vier Tore und vermissten über die gesamte Partie „alle Tugenden, die es braucht, um ein Spiel zu gewinnen“, so Kimmich nach dem Spiel gegenüber Sky. Unter dem Strich war es für den 27-Jährigen die schlechteste Saisonleistung. Gerade die eigene Herangehensweise war für den Nationalspieler inakzeptabel.

Kimmich: „Müssen uns fragen, ob das die Mentalität ist, die der FC Bayern verkörpert

Kimmich, der bekanntlich ein erster Kritiker der eigenen Leistung ist, machte den blutleeren Auftritt nicht an der Aufstellung fest. „Das hat heute keine taktischen Gründe gehabt. Wir sind ja noch 1:0 in Führung gegangen und kriegen innerhalb von 20-25 Minuten vier Tore, da muss schon jeder Einzelne sich hinterfragen, ob er alles reingehauen hat.“ Bayerns Stratege haderte schon während des Spiels mächtig mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

Dass sich an einem solchen Nachmittag zur fehlenden Einstellung auch individuelle Fehler gesellten, die zu den Gegentoren führte, ließ Kimmich an so manches Spiel in dieser Saison erinnern. „Das passiert uns zu oft, das kenne ich aus der Vergangenheit so von uns nicht.“ Die Bayern haben also ein Problem, das über die Tagesform und Einzelleistungen hinaus gehen könnte. Von einem perfekt funktionierenden Uhrwerk zu sprechen, wie man es vom Meister doch eher gewohnt ist, ist für Kimmich weit weg von der Realität.

„Da müssen wir uns fragen, ob das die Mentalität ist, die der FC Bayern verkörpert“, so der 27-Jährige. Zwar merkte er an, dass der Vorsprung in der Liga immer noch komfortabel ist. Die Angst vor der Wiederkehr dieses Phänomens ist in Hinsicht auf die heißen Wochen allerdings groß. Diese ungewohnte Schwäche müsste die Konkurrenz dann auch mal nutzen.

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