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Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil wird im Winter nicht zur Weltmeisterschaft nach Katar reisen. Er sieht es als symbolischen Akt und fordert auch vom DFB dementsprechende Botschaften, wenn bei der WM nicht nur Fußball gespielt werden soll.


Nach den diesjährigen olympischen Winterspielen in Peking bleibt der SPD-Vositzende Lars Klingbeil auch der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar fern. Er wird im November nicht nach Katar reisen und hält die beiden Vergaben nach China und Katar im Grundsatz für falsch. „Aber jetzt, wo sie dort stattfinden, muss man dafür sorgen, dass man die entsprechenden Botschaften sendet„, sagte Klingbeil in einem Interview mit der FAZ.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Nationalmannschaft werden an der Endrunde, die vom 21. November bis zum 18. Dezember stattfinden wird, teilnehmen und nach Katar fliegen – der häufig geforderte Boykott bleibt aus. Lars Klingbeil nimmt den DFB deshalb in die Pflicht: „Der DFB ist politischer Akteur.“ Man könne nicht „einfach nach nur nach Katar fahren, um Fußball zu spielen.“

Auf die Situation vor Ort aufmerksam machen

Das bedeutet für Klingbeil vor allem eins: „Wir müssen die Situation der Frauen dort thematisieren, auch die Arbeitsbedingungen rund um die Weltmeisterschaft.“ Die Weltmeisterschaft in Katar wird nämlich nicht nur wegen der von Korruptionen geprägten FIFA-Vergabe aus dem Jahre 2010 in Frage gestellt.

Der Ausrichter aus dem Emirat steht vor allem wegen Menschenrechtsverletzungen im Land und den Berichten zu den vielen toten Arbeitsmigranten, die bei den Bauarbeiten der Stadien umgekommen sind, in der Kritik. „Wenn die Ereignisse nun einmal dort stattfinden, müssen wir auf diese Missstände hinweisen, um damit auch den Druck auf die Regierungen zu erhöhen“, sagte der 43-Jährige.

Auch der DFB wird kritisiert

Der Politiker spricht auch auf den anhaltenden Machtkampf beim DFB an: „Es ist typisch für große Organisationen in der Krise, dass Reformansätze als Bedrohung wahrgenommen werden. Doch es ist immer klug, solche Entwicklungen aufzunehmen.“ „Fußball kann mehr“ war eines der Positionspapiere, dass sich mitunter gegen den DFB richtete und sich für mehr Frauen in Spitzenpositionen im Fußball aussprach.

Bei dieser Frage sieht auch Lars Klingbeil einiges an Nachholbedarf beim größten Sportverband der Welt. „Die Tatsache, dass Frauen 50 Prozent auf dieser Welt sind, ist im Fußball noch nicht angekommen“ , sagte er. „Eine Organisation, die bei den Funktionären nur aus Männern besteht, ist nicht mehr zeitgemäß, die wird nicht überleben.“

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