Endlich wieder Kreisliga – die Rückkehr zum fast normalen Training

Endlich wieder Amateur-Fußball. In vielen Bundesländern dürfen Amateurvereine wieder das Training aufnehmen. Die Regeln sind teilweise so verrückt, dass sogar Takeshis Castle dagegen wie eine strukturierte Sportart wirkt. Unser Head of Humor Thomas Poppe mit einer humoristischen Halbfeldflanke hinter das Tor.


Was waren das noch für Zeiten, als man sich als Kreisklasse-Kicker absurde Ausreden einfallen lassen musste, damit man „leider“ das Training verpasste. Heutzutage reicht schon ein kleines „Ich hab ein leichtes Kratzen im Hals“ in die Whats App-Gruppe und man hat zwei Woche Ruhe. Dabei haben wohl sogar die faulsten Standfußballer gerade ziemlich Bock auf Ball. Zumindest bei der Nachricht „Amateurkicker dürfen wieder trainieren!“ ist die Freude sicher groß. Spätestens im zweiten Absatz bei „einzuhaltender Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern“ werden die Hüfthochgrätscher dann schon ein wenig enttäuscht sein. Was für eine Zeit, um einen Bruder im eigenen Team UND im eigenen Haushalt zu haben – sonst bleibt nur noch, den bzw. die PartnerIn im eigenen Garten mit einem eingesprungenen Roy Keane zu gefährden, wenn der Plastikball vom Vierjährigen vorbei rollt.

Aber zurück zum Training: Die Anreise muss einzeln erfolgen. Dabei hat doch jedes Team diesen einen Typen aus dem Nachbardorf, der entweder noch nie einen Führerschein hatte oder wenn, dann nie sehr lange. Trainingskleidung soll schon zu Hause angezogen werden. Heißt im Umkehrschluss: es war in der Vergangenheit gar keine Faulheit, wenn man in Vereins-Jogginghose auf der Couch saß – DAS WAR ORDENTLICHE VORBEREITUNG. Das Training selbst soll mit maximal 20 Personen stattfinden – endlich mal eine Regel, die in der Kreisklasse ziemlich einfach einzuhalten ist. Am Trainingsgelände soll außerdem ausreichend Handdesinfektion bereit stehen. „Dem Spender sei ein Trullala“ mal anders. Das wirkt natürlich ein wenig wild, weil man sich ohnehin nicht per Handschlag begrüßen oder Bälle werfen darf, während der gepflegte Sackkratzer beim Anstehen aktuell noch keine Erwähnung in den Hygiene-Geboten findet – schon auch alles ein wenig an der Realität vorbei also.

Spezielle Übungsformen für A-Klassen-Ronaldos

Bevorzugte Übungsformen laut Vorgabe: Athletiktraining, Individualtraining, Technikwettkämpfe. Also alles, was der gemeine A-Klassen-Ronaldo bisher nur vom Live-Stream des FC Bayern-Trainings kannte. Nix mehr mit „Erstmal ohne Aufwärmen den Ball aus 36 Metern auf den Kasten knallen“, vorbei mit 39 Minuten Eckchen mit zwei Kontakten und 129 Beinschüssen, die alle eine Kiste Bier kosten, keine Chance auf Showflugeinlagen der Reserve-Keepers, der den Ball eigentlich locker im Stehen hätte fangen können. Kopfbälle? Untersagt! Erleichterung bei so vielen, die gerade erst endlich wieder eine geile Frisur und die Seite auf 0 bekommen haben. Die Konsequenz aus diesen Einheiten auf Rasen: Die Spieler werden in ein paar Wochen sehr schnell zum Eckball laufen und sehr genau Flanken schlagen können, aber keiner kann damit in der Mitte etwas anfangen.

Spannend wird es beim Thema Dusche, denn die bleibt dicht. Bitter für so viele Freundinnen, die Fußball vor allem deswegen als Hobby des Liebsten akzeptiert haben, weil der Kerl dadurch immerhin regelmäßig Körperpflege betreibt. So werden dann wohl nicht nur die Torhüter und die Linksaußen die sein, die nicht mehr ganz sauber sind und das Auto und die Sporttasche bald riechen, wie ein Puma-Käfig bei Tiger King. Egal! Viel schlimmer: Wichtige Details fehlen leider. Ob man mit dem Bier auf dem Parkplatz anstoßen darf? Ob man jetzt in die Armbeuge rotzen muss? Ob Arschschießen erlaubt ist? Kein Wort! Ein Hoffnungsschimmer bleibt. Französische Wissenschaftler haben herausgefunden: Unter Covid-19-Toten sind erstaunlich wenig Raucher. So gesehen ist Kreisliga dann irgendwie sogar eine gute Schutzmaßnahme gegen Corona. Und wie geil wird es sich anfühlen, wenn der Erste im Training einen Beinschuss aus zwei Metern schafft. Oder noch besser: Der ganze Spuk ein Ende hat und man endlich wieder hüfthoch grätschen und bei einem Bierchen im Sportheim auf die misslungene Einheit und die verbrannten 200 Kalorien anstoßen kann.


Von Thomas Poppe
(spannend wird es beim Thema Dusche, Anm. d. Red.)

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