HSV-Abstieg? Never, my friend. Never!

Poppe wieder! Sieben Punkte auf den Relegationsplatz, seit Wochen ohne Sieg und die traditionelle Packung in München vor der Nase. Meint eigentlich noch irgendjemand, dass der letzte Dino der Bundesliga nicht in wenigen Wochen ausgestorben ist? Ja! Unser personalisierter Glaube an das Gute, Thomas Poppe, spricht eine deutlich Warnung an alle aus, die den Sekt schon zu früh aus dem Kühlschrank holen wollen.


Ich wäre auch gerne einmal so optimistisch, wie jene Leute, die den HSV nach dem mageren 0:0 gegen Mainz schon zum HS-Ciao machen. Der Fußballgott spielt ein perfides Spiel mit uns und wir fallen jedes Jahr aufs Neue darauf rein. Das Drehbuch von Staffel 55 der Serie „Jurassic Volkspark“ ist natürlich dieses Mal heftig, aber wir sind ja noch in der Phase, in der dem Publikum ein offensichtliches Ende eingeprügelt wird, bevor die große Wende kommt.

Okay: Vereinsintern herrscht mehr Chaos als bei G20. Aber vielleicht kommt doch noch einer auf die Idee und tauscht noch mal den Trainer aus. Rechnet man die Rückrunde in Würzburg mit, ist Hollerbach jetzt 23 (!) Ligaspiele am Stück ohne Sieg. Nummer 24 incoming? Bekommt er nun sein Abschiedsspiel in München und auf der Rückfahrt lässt ihn der Busfahrer „ausversehen“ am A3-Rasthof Würzburg-Kist zurück. Und dann? Keine Ahnung! Aber wenn Tayfun Korkut mit dem VfB Stuttgart 13 Punkte aus fünf Spielen holen kann, dann können das vielleicht auch Helm-Peter, Lotto-King Karl oder Kerstin Lasogga.

GroKo in Hamburg? Großes Kopfschütteln!
Und ja, der HSV ist die SPD der Bundesliga. Volkspark und Volkspartei – da gab es früher glorreiche Zeiten, die Chance auf Selbsterneuerung wird seit Jahren verpasst und ständig klammert man sich an ein Bündnis, dass einen künstlich oben hält, obwohl es viele Mitglieder längst nicht mehr wollen. Der Hollerbach-Zug war schneller gestoppt als der von Schulz und Jan-Fiete Kühnert allein kann die Wende da auch nicht bringen. Der einzige Unterschied: GroKo ist in Hamburg die Abkürzung für „Großes Kopfschütteln“, wenn mal wieder seltsame Entscheidungen getroffen wurden.

Ich mag Hamburg. Also die Stadt, die Leute, den Kiez, Uwe Seeler im Ahnma-Video der Beginner, die Landungsbrücken, den Fischmarkt. Aber irgendwie hat die Stadt eine Sportallergie entwickelt. Die Handballer insolvent, Eishockey abgemeldet, Olympia nicht gewollt. Sogar die Snookerspieler vom SC Hamburg sind in die 2. Liga abgestiegen. Nur der HSV wehrt sich gegen den Fluch, wie Asterix & Obelix gegen die Römer. Hamburg hat die Bundesliga verdient, der HSV nicht. Hamburg, meine Perle vor die Säue.

Der Abstieg? Eine längst überfällige Respektschelle
Nach den letzten Jahren wäre der Abstieg die überfällige Respektschelle, das konsequente Karma nach Lasogga in Fürth, Diaz und Müller in Karlsruhe und Waldschmidt gegen Wolfsburg. Aber ich sehe sie schon, die Siegesserie zu Hause, die erstolperten Überraschungspunkte auswärts, den 1:0-Sieg in der Nachspielzeit in Wolfsburg und die Negativserie der Wölfe und der Mainzer. Peter Neururer, Felix Magath…vielleicht zieht sich Pep Guardiola auch noch eine Hollerbach-Maske auf, nachdem er mit der Korkut-Maske gerade so viel Spaß hat.

Machen wir uns nix vor: Die zweitgrößte Stadt in Deutschland, die achtgrößte Stadt in der EU – sie gehört in die höchste deutsche Spielklasse. Ein wenig fühlt sich der HSV an, wie die Kinder vor der Klassenfahrt: Man ist froh, wenn sie mal weg sind, aber man hofft, dass sie bald gesund wieder kommen. Ein Jahr Klassenfahrt nach Sandhausen, Aue und Heidenheim – das wäre fair. Kommt gesund wieder. Stellt die Uhr auf Null. Allein, mir fehlt der Glaube. Ihr lacht vielleicht über meine Thesen. Ich hab den Tabellenrechner angeschmissen, ich lache nicht mehr. Der HSV steigt niemals ab. Not today and not tomorrow, my friends!


Von Thomas Poppe
(hat offensichtlich zu viel am Klarlack geschnüffelt, Anm. d. Red.)

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