Kommentar: Pro Gaucho-Dance!

Die gute Nachricht vorweg: Deutschland ist Weltmeister. Die schlechte Nachricht: Deutschland ist auch Weltmeister der Empörung. Und das ist so bitter wie unnötig. Viel zu weit geht mir die massenhafte Kritik rund um den Gaucho-Tanz, die mittlerweile sogar einem Aufschrei gleicht. Gaucho-Affäre, Gaucho-Gate. Gaucho-ich-fass-es-nicht. Oder um es mit Per Mertesacker zu sagen: „Wat wolln se jetzt von mir? Kann ich nicht verstehn.“

Deutschland erklimmt endlich den Fußballolymp und ein Freudentanz bestimmt die Schlagzeilen. Schlimmer noch: Ein Freudentanz, der seit Jahren in der Fußballszene etabliert ist und der von zahlreichen Fans verschiedenster Klubzugehörigkeiten zelebriert und akzeptiert wird. Ein Tanz ohne auch nur einen Hauch von menschenverachtendem Gedankengut. Ja, Hohn und Spott vielleicht. Aber auch davon lebt der Fußball. Echte Fans (die meisten jedenfalls) können austeilen – und zum Glück auch gut einstecken und diese Rivalität einordnen.

Die Debatte zeigt mir vor allem eines: wer aus dieser Maus einen Elefanten macht und sich nun empört, ist entweder unheilbar diskutierwütig und liebt die Kontroverse, oder aber beschäftigt sich tatsächlich nur alle vier Jahre mit Fußball.

Fakt ist auch: Deutschland hat sich rund um die Weltmeisterschaft mehr als gut verkauft. Sportlich wie auch menschlich. Deutschland hat auf der ganzen Welt an Sympathiepunkten hinzugewonnen. Auch und vor allem wegen dem großen Respekt und der Demut, die die Deutschen jederzeit an den Tag gelegt haben. Lasst die Jungs nun einfach feiern. Sie haben es sich so verdient. Die WM-Party war weder ein Eigentor (FAZ) noch respektlos (TAZ). Wer derartiges behauptet, wurde vermutlich vom Sommerloch gefressen, bevor es überhaupt richtig da war.

Ich möchte mit den Worten von Thomas Müller abschließen, der scheinbar vorausahnend unmittelbar nach dem Finaltriumph den richtigen Ton – wenn auch in einem anderen Kontext – traf: „Des intressiert mi ois ned! Weltmeister samma – den Pott hamma. Den Scheißdregg ’Gauchogate’ konnst da hinda d’Ohrn schmiern.“

Von Cord Sauer

Cord Sauer

"Jeder Tag, an dem Fußball gespielt wird, ist schön." (Stefan Effenberg)

Noch besser wird es hier...

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