Laura & Jörg Wontorra im Interview: „Wir sind nichts anderes als Gesichtsvermieter“

Sie sind das vielleicht bekannteste Vater-Tochter-Gespann der deutschen Sportjournalistenbranche – und kommen seit wenigen Tagen gemeinsam auf runde 100 Jahre. Anlass genug für uns, Laura (RTL & RTL Nitro) und Jörg Wontorra (Sky) gemeinsam an einen Tisch zu bitten und über die wirklich wichtigen Themen zu sprechen: Wie wichtig ist die Vergabe der Fußball-TV-Rechte für die eigene Moderatorenkarriere? Schaut Jörg Wontorra Ninja Warrior Germany? Wie kommuniziert man mit 180.000 Instagram Followern und vor allem: Woher kommt eigentlich der Hashtag „OneT“? Antworten gibt es hier 🔽


FUMS: Hi Jörg, hallo Laura! 100 Jahre die Wontorras – der Papa ist Ende des vergangenen Jahres 70 Jahre alt geworden, die Tochter nun kürzlich 30. Wie geht es euch damit?
Laura:
Die Geburtstage liegen hinter uns, aber die große Feier kommt noch. Ich freue mich total. Auch, weil ich natürlich immer noch oft höre: „Laura Wontorra, Shootingstar…“ – ich habe das Gefühl, ich bin jetzt angekommen in meinem Job und habe mir das jetzt alles erarbeitet nach sechs, sieben Jahren vor der Kamera. Ich bin glücklich und dankbar. Endlich 30. Endlich erwachsen sein.

Jörg: Ich kann dir nur sagen, Laura: Jetzt fängt die schönste Dekade des Lebens an. Das sage ich dir aus Erfahrung. 30 und 40 ist die geilste Zeit.

Was sagst du denn zur 70, Jörg?
Laura:
Ich darf zuerst antworten: Papa ist ja kein typischer Siebziger (lacht). Viele Mitmenschen, die ich so treffe und denen ich das erzähle, die können das immer gar nicht glauben. Erstens, weil er natürlich immer noch wahnsinnig gut aussieht…

Jörg: Ja natürlich…
Laura: Und weil er einfach sehr jung geblieben ist. Das macht aber auch einfach der Job und die Arbeit. Er hat große Freude daran, sein Wissen zu teilen und weiterzugeben. Das hält jung.
Jörg: Ich habe am Geburtstag schon gedacht: Meine Güte, jetzt wird das Band schon etwas kürzer. Da ist langsam schon bisschen was abgeschnitten, wie wir früher bei der Bundeswehr gesagt haben. Damals haben wir die Tage abgeschnitten, jetzt schneiden wir die Jahre ab. Das geht schon damit los, dass ich in meinem Freundeskreis mittlerweile schon mal öfter zu einer Beerdigung muss. Dann fängt man an, sich Gedanken zu machen. Ich kann es aber zum Glück noch ganz gut ins Positive umsetzen.

Sind denn da mal so Zielvorgaben verschoben worden? Hieß es irgendwann mal bei dir: Mit 60 Jahren höre ich auf?
Laura
(lacht): 50! Mit 50 wollte er aufhören!

Jörg: Mit 50 wollte ich aufhören, weil ich immer gesagt habe: Ich habe keine Lust, den Herren in den kurzen Hosen hinterherzulaufen unten am Spielfeldrand. Ich habe nun zwar nicht aufgehört, aber ich habe Gott sei Dank einen anderen Aufgabenbereich. Am Spielfeldrand, da hätte ich wirklich Probleme gehabt. Heute kann ich über den Fußball talken, das macht unheimlich viel Spaß.

Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es doch ganz gut ist, solange zu machen, bis sie einen nicht mehr haben wollen.

Heißt auch: Wenn morgen jemand käme, und noch einmal den Champions League-Rasen anbieten würde…?
Jörg:
Nein. Mit Sicherheit: Nein. Auch keine Sportschau oder Ähnliches, keine Magazin-Sendung mehr. Eine Talksendung ist genau das Ding für mich, da fühle ich mich zu Hause, das ist das, was man noch gut machen kann in meinem Alter. Und da habe ich meine Akzeptanz gewonnen mittlerweile. Und muss punktuell arbeiten und nicht mehr die ganze Woche.

Kürzlich warst du dann doch außerhalb deiner üblichen Einsätze im Fernsehen zu sehen, du hast Laura bei 100% Bundesliga auf RTL Nitro live on air überrascht an ihrem Geburtstag…
Laura:
Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, in unserer Family-Whats App-Gruppe hat er vorher noch geschrieben, dass er da überhaupt keine Zeit hat…

Seid ihr emotional? Müsst ihr euch manchmal bewusst zwingen, Ruhe zu bewahren?
Jörg:
Also bei Laura weiß ich, dass sie schon darauf achtet, nicht aus der Haut zu fahren. Darauf achtet sie, deshalb tut sie es auch nicht. Sie hat es auch gelernt, nicht abzuheben, authentisch zu bleiben, sich nicht über das Produkt stellen sollte, das man einfach nur ansagt. Wir sind nichts anderes als Gesichtsvermieter. Wir sollten uns selber nicht zu ernst nehmen. Ich glaube, das hat Laura auch mitbekommen. Sie neigt nicht zu Starallüren.

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