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Im Sommer 2019 stieg Lars Windhorst als Investor bei der Hertha aus Berlin ein. Gegen dreistellige Millionensummen sicherte sich der Unternehmer immer mehr Anteile des Klubs. Viel herumgekommen ist bis heute nicht wirklich. Im Nachhinein betrachtet war die Investition laut eigener Aussage sogar ein Fehler.


Fußballdeutschland ist sich noch nicht zu schick, weiterhin gegen die wachsende Vermarktung des geliebten Ballsports zu kämpfen. So bekommt die Hertha seit 2019 von vielen Fans regelmäßig auf den Deckel. Hauptauslöser dafür war das Engagement, das die Hauptstädter mit Investor Lars Windhorst eingingen. Etwa 375 Millionen Euro sollen bereits in den Verein geflossen sein. Von sportlichem Aufstieg ist bisher aber nichts zu sehen.

Zu Beginn hatte Windhorst gute Ab- und auch Aussichten: „Ich habe darauf gesetzt, dass bei Hertha rational und in die Zukunft denkende Leute das Sagen haben, die auch nachhaltig den Erfolg wollen“, wie der 45-Jährige im Interview mit Capital verriet. Stattdessen musste er feststellen, dass den Verantwortlichen gewisse „Machterhalt und Klüngelei“ wohl wichtiger gewesen ist.

Der von Windhorst geführten Tennor-Group gehören heute etwa zwei Drittel der ausgegliederten Kapitalgesellschaft. Neben dem Wertgewinn dieser Anteile hatte der Unternehmer sicherlich auch den sportlichen Erfolg des BSC im Sinn. Die Träume um Europa wurden aber schnell durch den sich jährlichen erneuernden Kampf gegen den Abstieg verdrängt.

Der Investor kann sein Vorhaben deshalb nur als Fehler abstempeln: „Ehrlich gesagt, aus heutiger Sicht ja, leider. Bislang hat mir das Investment bei Hertha abgesehen von positiven Erfahrungen mit vielen Mitgliedern nur Nachteile gebracht.“ Die gestiegenen Transferbudgets konnten nicht vertuschen, dass sich die Führung mit Missverständnissen und einigem Drama selbst zu groß geworden ist.

Komplett begraben möchte Windhorst sein Projekt aber noch nicht. „Ich lasse mir von niemandem dort 375 Millionen Euro verbrennen und werde darum niemals aufgeben.“ Sein Plan ist es, „das Investment zum Erfolg führen, auch wenn es viel länger dauern wird als ursprünglich geplant.“ Die Herthaner selbst würden sich wohl eher wünschen, dass der Spuk bald ein Ende hat.

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