Endlich wieder Fans im Stadion, dachte sich Fußballdeutschland während der 1. Pokalrunde. Doch dann kam Rostock gegen Stuttgart und die Frage auf, ob es so dann vielleicht doch nicht funktionieren kann. Eine Frage, die sich auch unser Hansa-Fan Ole-Jonathan Gömmel stellt…



Als ich vor ungefähr einem Jahr das Ostseestadion verließ, dachte ich, dass dies wohl der unangenehmste Moment in meiner Zeit als Hansa Rostock-Fan ist. Vor der DFB-Pokal-Partie gegen den VfB Stuttgart wurde statt der Hansa-Hymne ein Lied der uNpOlItIsChEn Band „Böhse Onkelz“ gespielt. Außerdem mussten sich die Hansa-Anhänger statt blau-weiß-rotem Farbenmeer eine uNpOlItIsChE Vaterlandschoreographie eines rechten Fanklubs anschauen – und ich war mittendrin.

Wie bei 90 Prozent meiner Tinder-Dates dachte ich mir damals: Peinlich und hoffentlich einmalig.

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Huiuiui! In der ersten Runde im DFB-Pokal bekam es die VSG Altglienicke mit dem großen 1. FC Köln zu tun…

Knapp 365 Tage später folgte nun aber leider das Déjà-Vu: Der Pokal-Gegner am vergangenen Wochenende hieß wieder Stuttgart, das Ergebnis lautete erneut 0:1 – und auch die sichtbaren Verfehlungen einiger Idioten färbten mal wieder auf die restlichen Anhänger ab.

7.500 Zuschauer durften am Sonntag ins Ostseestadion, um ihren Verein zu unterstützen – an diesem DFB-Pokal-Spieltag die Meisten in ganz Deutschland. Möglich machten dies laut Mecklenburg-Vorpommerschen Sportministerium „exzellente Konzepte“ der Vereine. Formulare am Einlass, Fiebermessen bei der Ankunft, personalisierte Plätze für jeden –  die Vorgaben versprachen auf dem Papier tatsächlich eine gut durchdachte Planung des Spieltags.

Allerdings funktioniert ein Plan bekanntermaßen nur, wenn sich alle Beteiligten daran halten. Da auf der Hansa-Kogge aber anscheinend eine hohe Zahl querdenkender Leichtmatrosen an Bord war, konnte der Rest der Besatzung leider nicht verhindern, dass sie mal wieder ins unruhige Fahrwasser gezogen wurde. Die Zuschauer saßen dicht gedrängt bei einander, Mund- und Nasenschutz waren nur selten zu sehen.

Das Gesundheitsamt sei laut Hansa-Vorstand nach dem Spiel trotzdem zufrieden gewesen. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig freute sich über die „gute Stimmung“. Wait—what?? Der Pokal hat neben seinen eigenen Gesetzen anscheinend auch seine eigene Realitätsauffassung. Blöd nur, wenn der Preis dafür am Ende steigende Infektionszahlen wären, oder?

Die Situation in Rostock war kein Einzelfall. Auch in Magdeburg zeigte sich den Zuschauern ein ähnliches Bild. Mit hedonistischer Leichtigkeit spielten einige wenige mit dem Schicksal vieler – Verhaltensweisen, die sich langfristig auf die Zukunft angeschlagener Vereine auswirken könnten.

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Summieren sich solche Vorfälle, wird dies die Fanrückkehr ins Stadion nämlich bestimmt nicht beschleunigen. Finanzlöcher von Clubs könnten wachsen, dass Überleben im Profifußball immer schwerer werden.

Im Moment sind deutsche Fußballfans anscheinend noch nicht bereit für die Rückkehr in Stadion. Schade.


Von Ole-Jonathan Gömmel
Versteht sich immerhin gut mit seinen Tanten. (Anm. d. Red.)

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Lob, Kritik, Feedback, User-Meinung, Lottozahlen:

  1. Die Böhsen Onkelz sind definitiv keine unpolitische Band.

    Siehe das nach den Anschlägen von Rostock-Lichtenhagen veröffentlichte, Faschisten und Rechtsradikale beleidigende und verurteilende DEUTSCHLAND IM HERBST
    (Album: Weisse/Zeit: 4:34 min)
    „Ich sehe alle gegen alle, jeder gegen jeden
    keine Achtung vor sich selbst, keine Achtung vor dem Leben
    Ich sehe blinden Hass, blinde Wut
    feige Morde, Kinderblut
    Ich sehe braune Scheiße töten
    Ich sehe dich
    Refrain:
    Deutschland im Herbst
    Ich höre weiße Geräusche, rassenreine Lieder
    Ich höre hirnlose Parolen von Idioten und Verlierern
    Ich höre die Lügen der Regierung
    die Lüge eures Lebens
    die Lügen über uns
    ich höre dich“

    Was will uns der Autor also sagen? Rechte Fanclubs hören anzurechnen Lieder…?!

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