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Ob das mit rechten Dingen zuging? In Sierra Leone sind zwei Ligaspiele völlig eskaliert – und zwar mit der Zahl der Tore. Der Verband ermittelt nun wegen Spielmanipulation.


Es war eine spannende Konstellation in der 2. Liga Sierra Leones. Die Kahunla Rangers und der Gulf FC of Kono lieferten sich ein Fernduell um das Erreichen der Aufstiegsplayoffs. In der Tabelle trennte sie nur die Tordifferenz.

Zur Halbzeit stand es 2:0 für Kahunla und bereits 7:1 für den Gulf FC – gute Karten also für das Team aus Kono. Was dann aber passierte ist mindestens mal kurios. Kahunla gewinnt gegen Lumbebu United mit 95:0, Koquima Lebanon bekommt vom Gulf FC eine 91:1-Niederlage zugefügt. Hä?

Was war da los? Das will der Boss von Koquima (1:91 verloren) nicht wissen und gab nach der Partie an, dass das ganze nur ein Freundschaftsspiel gewesen sei. Mohamned Lanfia Tunkara habe von Spielern und Staff gesagt bekommen, dass das Spiel gar nicht erst stattgefunden habe und ein Kick zwischen lokalen Spielern aus der Community arrangiert worden sei, damit die Zuschauer wenigstens bisschen auf ihre Kosten kämen.

„Ich war frustriert“

Auch der Chef von Lumbebu (0:95 verloren), Mohamed Jan Saeid Jalloh sei wohl verwirrt gewesen, denn: Er sei plötzlich ohne Trainer dagestanden, musste das Team selbst leiten und war noch in dreifacher Unterzahl:

„Mir ist keine Spielmanipulation bekannt, ich kann aber nicht für andere sprechen. Wir haben in der zweiten Halbzeit viele Tore kassiert. Ich war frustriert und bin irgendwann vom Spielfeldrand weggegangen. Ich habe mich danach nicht mehr konzentriert, also kann ich nicht mehr sagen, wie viele Tore wir überhaupt kassiert haben“, wird Jalloh von der BBC Sport Africa zitiert.

Sierra Leones Verbandspräsident entsetzt

Kahunla-Chef Eric Kaitell (95:0 siegreich) entschuldigte sich für die entstandenen Ergebnisse: „Ich möchte mich bei den Fußball-Fans im Land und in der Welt für das merkwürdige Spielergebnis meines Clubs Kahunla Rangers entschuldigen. Ich möchte betonen, dass ich solche Unsportlichkeiten, die meine Spieler und mein Staff und die aus der anderen Mannschaft zeigten, scharf kritisiere“.

Der Verband äußerte sich bereits und geht von Spielmanipulation aus: „Wir können nicht daneben stehen und eine peinliche Situation wie diese unbestraft lassen. Wir werden eine sofortige Untersuchung anstellen und die Verantwortlichen zu Rechenschaft ziehen“, so Sierra Leones Verbandspräsident Thomas Daddy Brima

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