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FUMS-Humorchef Thomas Poppe hat sich über die letzten Wochen verliebt. Wie so viele Fußballfans wusste Eintracht Frankfurt auch ihn zu verzaubern. Mit dem Gewinn der Europa League machten sich die Adler endgültig unsterblich. Besonders in Erinnerung bleibt aber ein Held, der sich wohl selbst nie wie einer fühlt.


In einer Fußball-Welt voll Trademark-Jubeln und hashtagisierbaren Abkürzungen von Spielernamen stand heute Sebastian Rode auf dem Gipfel und hielt den Uefa-Cup in die Luft. Versteckt hinter der halben Mannschaft, den Pokal nicht länger als nötig in der Hand. Dann schnell zur Seite. Bloß nicht im Mittelpunkt stehen.

Seppl Rode. 43 Einträge in der Verletzungshistorie auf Transfermarkt.de. Einer, der sich mittlerweile anfühlt wie dieser typische ehemalige 10er, den die Kreisliga-Truppe am Sonntagmorgen anruft, weil ihnen noch einer fehlt. Und der dann nach 60 Minuten völlig kaputt runter muss, aber der beste Mann war.

Im Interview verlegen, als würde der Nachwuchsspieler nach dem 1. Bundesligaspiel vor die Kamera geholt. Einer, der freiwillig fragt, ob er dir beim Umzug helfen darf und selbst ein Umzugsunternehmen holen würde, damit keiner helfen muss. Die einzige Werbung im Insta-Profil ist für gute Zwecke. Dazu Freude über Fan-Post aus China.

„Ich hab sofort an Bastian Schweinsteiger gedacht, WM2014“, sagt er zu seiner Verletzung. Auf dem Kopf ein Blutfleck, der an Gorbatschow erinnert. Der Hoeneß-Turban längst runter. Immer da, wenn der Körper mitspielt. Morgen schmerzen die Knochen, aber heute war wichtig. Superheld ohne Anzug. Passquote, Packing-Rate, gelaufene Kilometer – alles egal. 100% Einsatz. Mehr geht nicht.
Dieser Fußball braucht wieder mehr Seppl und weniger Cristianos. Wäre ich heute noch mal 10 und Eintracht-Fan, würde ich mir morgen eine Rode-Trikot bestellen.

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