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Bundesligist Werder Bremen hat sich öffentlich von Ex-Keeper Tim Wiese distanziert. Nachdem der Druck aus dem Fanlager zunahm und weitere belastende Beweise auftauchten, nehmen die Grün-Weißen Abstand zum 40-Jährigen.


Viele Jahre war Tim Wiese als Profi und Torhüter in der Bundesliga wöchentlich in den Schlagzeilen. Doch auch nach seiner aktiven Laufbahn war der nun 40-Jährige medial so vertreten wie kaum ein anderer Spieler im Ruhestand. Seine Wrestling-Karriere und einige Lappalien in der Innenstadt boten wohl Grund genug.

Unter dem Strich war alles noch entschuldbar und der nun wirklich skurrilen Art Wieses anzudichten. Doch seit Jahren leistet er sich eine Lebensweise, die nicht nur wenig mit den Auffassungen seines Ex-Vereins Werder Bremen zu tun hat, sondern auch in allen anderen Bereichen von der Tagesordnung gestrichen werden sollte. Sein Verkehren in den rechten Bremer Kreisen ist schon länger kein Geheimnis mehr.

Werder Bremen sieht eigene Werte verletzt

Der Bundesligist nahm dies durchaus wahr. Die Bemühungen, die Sache unter vier Augen zu klären, ließ dann aber doch die gröbsten Zweifel verschwinden. Zweifel daran, ob der Torhüter weiterhin ein Teil der Traditionself sein könne oder er überhaupt beim Abschiedsspiel von Claudio Pizarro zwischen den Pfosten stehen würde. Was ein immer größer werdender Teil der Werder-Fans verlangte, erledigte Wiese nun aber quasi von selbst.

In den letzten Tagen kursierten in den sozialen Medien erneut Fotos, die den Bodybuilder im Kontakt mit Personen zeigen, die sich als rechts identifizieren und auch öffentlich so auftreten. Wiese traf sich mit Stefan Ahrlich, der unter anderem der Hooligan-Gruppe „Standarte Bremen“ angehört. Der ehemalige Schlussmann stritt eine rechte Gesinnung seinerseits stets ab. Doch Werder ergriff den logischen Schritt.

„Wir haben mit Tim Anfang des Jahres ein offenes, aber auch sehr ernstes Gespräch dazu geführt und ihm unmissverständlich deutlich gemacht, dass dieser Umgang nicht mit den Werten des SV Werder Bremen zusammenpassen würde“, so Präsident Hubertus Hess-Grunewald in einem vereinseigenen Statement.

Durch den neuerlichen Kontakt sieht der SVW keine andere Lösung. „Uns bleiben trotz seiner Aussagen Zweifel, dass Tim sich diesen Kreisen nicht zugehörig fühlt. Bei unserer Haltung, die wir bei Werder Bremen vertreten, darf es aber keine Zweifel geben. Wir sehen Tim Wiese den Fans und Werder Bremen gegenüber in der Verantwortung, diese Zweifel nachhaltig auszuräumen.“

Traditionself vorerst ohne Wiese

Die Distanzierung betrifft vor allem den Status von Wiese im Verein, der bis zuletzt unangekratzt war. „Bis dahin werden wir von Einladungen zu offiziellen Veranstaltungen absehen und er wird nicht mehr für die Werder-Traditionsmannschaft auflaufen.“

Es ist wohl das mindeste, was die Fans von Werder Bremen in den aktuellen Zeiten erwarten dürfen. Und „The Machine“ Wiese sollte sich spätestens damit dem Umstand bewusst werden, dass sich das Vorleben von Werten und Grundhaltungen keine Auszeiten nehmen kann.

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