Die falscheste Neun aller Zeiten

„11 Freunde müsst ihr sein“, das hat schon Sepp Herberger vor Jahrzehnten gesagt und genau das nahmen sich die Schalker Spieler auch etwa 70 Minuten zu Herzen – bis zum 1:2 im Revierderby gegen Dortmund. Vielleicht hätte Herberger allerdings zusätzlich noch erwähnen sollen, dass die Truppe neben Zusammenhalt und Kampfeswille auch ein klein wenig Fußball spielen sollte, um Erfolg zu haben, denn nach fußballerischer Qualität suchte man bei den Königsblauen vergeblich. Und nach einem Stürmer auch. Unser Redaktions-Sepp Leon Herzog hat lange gesucht, aber auch keinen gefunden – dafür aber einen neuen Spielertypen entdeckt.


Elfertor und eine Chance durch Guido Burgstaller – mehr war nicht drin für die Knappen in Halbzeit 1 des Revierderbys gegen Dortmund. Da nützte auch die starke Laufleistung nichts – 115 Kilometer rannten die Königsblauen und damit drei Kilometer mehr als die Borussia. Okay, fairerweise spricht die Statistik von sechs Torschüssen, aber selbst bei bestem Willen kann ich mich an keinen der anderen Torschüsse erinnern. Das große Problem für Tedesco: Stürmernot. Mit Mark Uth, Breel „Donald“ Embolo, Steven Skrysdafwdahkld, Starstürmer Franco „Wir saufen bis Di Santo trifft“ fielen gleich vier Offensivkräfte aus, dazu musste Burgstaller nach 35 Minuten vom Platz.

Was Domenico Tedesco allerdings geritten hat, mit Hamza Mendyl einen Linksverteidiger als Stürmer zu bringen, obwohl mit Konoplyanka ein gestandener Offensivmann auf der Bank saß, weiß nur er allein. Und so bot sich dem Publikum ein äußerst seltsames Bild mit Blick auf das Schalker Sturmduo: McKennie und Mendyl bildeten die Angriffsreihe, Spieler mit den Rückennummern 2 und 3 – auch, wenn Sandro Wagner Rückennummern im niedrigen einstelligen Bereich fast schon kultiviert hat mittlerweile.

Tedesco erfindet einen völlig neuen Spielertypen

Man hatte fast schon Mitleid mit Mendyl – wie er auf dem Spielfeld orientierungslos umherirrte, glich phasenweise einem Kreisligaspieler mit 3,6 Promille am Samstagabend in der Dorfdisco. Dickes Sorry geht raus an alle Kreisligakicker für den Vergleich, eigentlich eine Frechheit. Domenico Tedesco spricht ja gerne von „abkippenden Sechsern“ oder „Körperlichkeit in der Halbspur“, jetzt hat er auf jeden Fall eine neue Vokabel erfunden: Die falscheste Neun aller Zeiten.


Von Leon Herzog
(Sturmtalent, trägt bei FUMS die Rückennummer 1, Anm. d. Red.)

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