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In der Regionalliga West kam es am Sonntag zu einem Vorfall. Das Topduell zwischen Rot-Weiß Essen und Preußen Münster musste frühzeitig abgebrochen werden. Grund dafür war das Explodieren eines geworfenen Böllers, der gleich mehrere Auswechselspieler der Gäste verletzte.


Es hätte ein sportlich begeisternde und mitreißende Partie sein sollen. Die Vorfreude auf das Spitzensspiel zwischen Tabelleführer Essen und Verfolger Münster in der Regionalliga West war groß. Doch die Spannung nach rassigen 77 Minuten Spielzeit wich schnell und Schock trübte die Gemüter. Kurz nach dem Ausgleich der Münsteraner wurde ein Böller auf das Spielfeld geworfen, der sofort explodierte.

Wohl durchaus gezielt ging der Sprengkörper in unmittelbarer Nähe der Ersatzspieler Preußens hoch. Am schlimmsten erwischte es Marvin Thiel, der sofort behandelt werden musste und nach den ersten Informationen des Vereins ein Knalltrauma erlitt. Auch Reservist Jannik Borgmann befand sich nahe der Explosion. Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann stellte beim Verteidiger einen Schock fest, der einen potenziellen Einsatz unmöglich gemacht hätte.

Essen bezieht Stellung und kritisiert Fans

Schiedsrichter Christian Scherper hatte die Partie zu diesem Zeitpunkt schon unterbrochen. Die Akteure wurden für eine Viertelstunde in die Kabinen geschickt. Während die ersten Untersuchungen liefen, wurde die Unterbrechung um zehn Minuten verlängert, nur um das Spiel kurz darauf endgültig abzubrechen. „Das Spiel in Essen wird abgebrochen. Verletzte Spieler auf unserer Seite lassen eine Fortsetzung unter regulären Bedingungen nicht zu“, wie Preußen daraufhin via Twitter vermeldete.

Auch Rot-Weiß Essen nutzte die sozialen Kanäle, um in einer ersten Reaktion Stellung zu beziehen. Die Verantwortlichen machten deutlich, dass ein solches Verhalten in ihrem Stadion nichts zu suchen hat. Die Kritik richtet sich damit auch klar gegen die eigenen Fans, die seit Jahren durch Provokationen oder Verfehlungen auffallen.

Mit einigen Geldstrafen musste der Verein deshalb immer wieder vorliebnehmen. Vielleicht ist jetzt der Punkt gekommen, an dem der Traditionsklub seine generelle Fankultur hinterfragen muss. Wie es in diesem Fall weitergeht und wann das Spiel fortgesetzt wird, dürfte sich in den kommenden Tagen klären. Es muss aber etwas getan werden, wie Münsters Sportdirektor Peter Niemayer richtig folgerte: „Das sind Szenen, die keiner will.“

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