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Mit 1:4 verlor die Hertha das wegweisende Berliner Derby gegen Union. Diese Niederlage tat nicht nur hinsichtlich der Tabellensituation enorm weh. Die Fans waren nach dem Abpfiff enttäuscht und sauer. Das führte soweit, dass die Spieler sogar aufgefordert wurden, ihr Trikot auszuziehen.


Dass die Hertha am Samstagabend einen brachialen Rückschlag erlebte, ist wohl in dieser Situation noch immer eine gehörige Untertreibung. Als so wichtig wurde das Derby gegen Union Berlin ausgemacht. Im heimischen Stadion sollten die Abstiegsränge voererst verlassen werden. Doch es kam mal wieder so, wie es den BSC schon seit Monaten ins Chaos stürzt.

Eine zu ängstliche Leistung bestraften die Gäste mit Durchsetzungsvermögen, Abgeklärtheit und der nötigen Cleverness. 1:4 lautete am Ende der Spielstand aus Sicht der Hertha. Dass der Stachel der Enttäuschung gerade bei den Fans tief sitzt, wurde nach dem Abpfiff deutlich. Der obligatorische Gang in die Kurve wurde den Profis mit Pfiffen und klaren Ansagen gedankt.

Mittelstädt: „War eine Geste, das Trikot auszuziehen“

„Natürlich sind die Fans enttäuscht, sie haben alles gegeben, auch, als wir in Rückstand waren, haben sie uns gepusht. Natürlich ist das eine große Enttäuschung für die Fans“, wie Keeper Marcel Lotka am Mikrofon von Sky erklärte. Doch bei dieser vielleicht erwartbaren Reaktion blieb es nicht. Denn vor allem die Ultras forderten die Herthaner dazu auf, ihr Trikot auszuziehen und es vor den Fanblock zu legen. Viele Spieler sollten es demnach nicht verdient haben, das Jersey zu tragen.

Maximilian Mittelstädt war in dieser Situation ganz vorne mit dabei. „Es ist schwer zu erklären, was mit den Fans besprochen wurde, sage ich lieber nicht. Es war einfach eine Geste, das Trikot auszuziehen. Ich habe auch nur gehört, dass wir das Trikot ausziehen und vorne hinlegen sollen. Nach dem Spiel ist natürlich klar, dass die Fans sauer sind. Deswegen habe ich es auch gemacht.“

Lotka schloss sich der Tat an, was er auch mit der eigenen Verunsicherung begründete. „Maxi war vor mir, ich habe nicht gehört, was war. Er zog dann das Trikot aus, weil sie es gefordert haben, einige Spieler haben es dann auch gemacht.“ Im Nachhinein äußerte sich auch Trainer Felix Magath dazu und nahm seine Mannschaft dabei in Schutz.

Hertha-Trainer Magath nimmt Spieler in Schutz

„Dass die Fans bitter enttäuscht sind, verstehe ich. Das ist ganz klar. Ein Derby in der Höhe zu verlieren, ist hart. Aber es wird der Situation nicht gerecht, es ist ja nicht so, dass die Spieler nicht wollen“, so der Übungsleiter. Das angespannte Verhältnis bei der Hertha spitzt sich seit Jahren der Tristesse immer weiter zu und mündete nun in diesem Ausbruch der Emotionen.

Natürlich wollen die Spieler nur ungerne noch mehr Öl ins Feuer gießen, wie Mittelstädt bestätigte. „Es ist verständlich, dass die Fans sauer sind. Gegen Union im ausverkauftem Haus erwartet man eine andere Leistung, als die, die wir abgeliefert haben. Ob Demütigung oder nicht, ich möchte einfach den Konflikt vermeiden.“

Doch auf diese Art und Weise darf es nicht gehen, so zumindest Geschäftsführer Fredi Bobic. „Ich hätte es nicht gemacht. Ich ziehe das Trikot trotzdem mit Stolz an. Ich verstehe den Unmut, aber wir sind auch Sportler.“ Für den zerrütteten Klub wird es wohl nur einen Weg geben, die Wogen zu glätten. Der Klassenerhalt muss die oberste Priorität aller Beteiligten bleiben.

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