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Die Diskussion über mögliche Bundesliga Playoffs schlägt bereits seit einigen Tagen hohe Wellen im deutschen Fußball. Nun kommt neue Bewegung ins Spiel. Denn anders als viele seiner Kollegen, steht Bayern-Boss Oliver Kahn dem Vorstoß der Liga-Chefin Donata Hopfen offen entgegen.  


Seit neun Jahren stemmt der FC Bayern München die Meisterschale in die Höhe und es scheint, als werde der Rekordmeister in näherer Zukunft nicht damit aufhören. Denn durch die herbe Niederlage der Borussen gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende ist der Abstand der Münchener auf den Zweitplatzierten auf neun Zähler gewachsen. Somit steht der zehnten Meisterschaft in Folge wohl kaum noch was im Wege. 

Um der Liga wieder neues Leben und Spannung einzuhauchen, präsentierte die DFL vor wenigen Tage mögliche Erneuerungen. Unter anderem wurden Playoffs nach dem Vorbild der nordamerikanischen Profiligen vorgeschlagen. Wenn der Liga im Sinne des Wettbewerbs Playoffs helfen würden, „dann reden wir über Playoffs“, so die amtierende DFL Chefin Donata Hopfen vor wenigen Tagen in einem Zeitungsinterview. Die Nachfolgerin des langjährigen Geschäftsführers Christian Seifert an der Spitze der Deutschen Fußball Liga sei der Meinung, es dürfe „keine Denkverbote“ geben. 

Nun meldet sich Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn zu Wort und sorgt für Furore. Denn ausgerechnet der Rekordmeister stünde den Playoffs offen gegenüber. „Ich finde es spannend, über neue Modelle wie Play-offs für die Bundesliga nachzudenken“, kommentierte der Vorstandschef der Münchener. Weiter erklärte der einstige Titan „Auch in der Champions League greift ab 2024 ja ein neues Format, von dem wir uns viel versprechen.“ und „Ein Modus in der Bundesliga mit Halbfinals und Finale würde Spannung für die Fans bedeuten. Es macht also Sinn, so einen Gedanken durchzuspielen. Wir beim FC Bayern sind für neue Ideen immer offen.“

Doch Kahns Haltung ist ligaweit keine Selbstverständlichkeit. Viele seiner Kollegen, wie etwa Fredi Bobic blicken dem Vorstoß der DFL Chefin kritischer entgegen. Der Berliner Sportchef erklärte, die Idee der Playoffs „ist bisher immer aus nachvollziehbaren Gründen nicht weiter verfolgt worden.“ Deutlich schärfere Worte fand hingegen Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler, der mit seiner Aussage „ein völlig falscher Ansatz“ die Meinungen vieler Vereinsvertreter (Union Berlin, VFL Bochum, Arminia Bielefeld, Greuther Fürth) vertrat. 

Wie es nun weitergeht bleibt allerdings offen. Dem Kicker teilte die DFL derweil mit, dass es „in der Liga bekanntlich an diversen Stellen unterschiedliche Ideen mit Blick auf den Spielmodus [gibt], die aber aktuell weit von einem Beschluss und erst recht einer Umsetzung entfernt sind. Einer so tiefgreifenden Entscheidung muss ein intensiver und strukturierter Dialog mit den Klubs und den zuständigen Liga-Gremien unter Abwägung aller Argumente vorausgehen. Diesen Diskussionsprozess mit offenem Ausgang wird die DFL sorgfältig vorbereiten und in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Klubs führen.“

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