Roger Schmidt
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Neues Land, neues Glück? Nachdem Roger Schmidt ankündigte, seinen Vertrag bei der PSV Eindhoven im Sommer auslaufen zu lassen, sucht der 55-Jährige eine andere Herausforderung – und hat diese Wohl nun in Portugal gefunden.


Denn wie der kicker und die portugiesische Record berichten, soll der Deutsche ab Juli die Geschicke bei Benfica Lissabon übernehmen. Er würde damit auf Nélson Veríssimo folgen, der Ende 2021 für den gechassten Jorge Jesus übernahm und als Interimstrainer die Saison der Adler zu Ende bringt. Zuvor war er Trainer bei der zweiten Garde von SLB.

Für Benfica läuft es in dieser Saison schlecht, national hinkt man meilenweilt hinter den Erwartungen her: In der Liga liegt man nach 27 Spielen als Dritter zwölf Punkte hinter dem FC Porto, auch Stadtrivale Sporting ist enteilt. Im Pokal ist man im Achtelfinale an Porto gescheitert, im Ligapokal ging das Finale gegen Sporting mit 1:2 verloren. Einzig in der Champions League läuft es – dort kam man in einer Gruppe mit dem FC Bayern und dem FC Barcelona als Zweiter warte und besiegte im Achtelfinale Ajax Amsterdam (2:2, 1:0). In der Runde der letzten Acht wartet nun der FC Liverpool.

Roger Schmidt hätte also eine große Aufgabe vor sich. Sollte er es schaffen, den Rekordmeister zurück zu altem Glanz zu führen und die Titel, die beim mit über 230.000 „Sócios“ zweitmitgliederstärksten Verein der Welt erwartet werden, regelmäßig zu holen, könnte er sich in Lissabon zumindest ein kleines Denkmal bauen lassen.

Für einen deutschen Trainer ist ein Schritt aus den Niederlanden an den Westrand Europas sicher kein gewöhnlicher. Doch Schmidt zeigte sich im Laufe seiner Coaching-Karriere desöfteren kreativ. In Österreich startete er bei RB Salzburg ab 2012 so richtig durch, seine erste und bisher einzige Station in der Bundesliga war ab 2014 Bayer Leverkusen. Nach seiner Entlassung im März 2017 ging als nächstes zu Peking Guoan nach China, bevor er 2020 bei der PSV anheuerte. Dort legt er aktuell einen Punkteschnitt von 2,17 hin und hat realstische Chancen auf den Titel in der Eredivisie, im niederländischen Pokal und international sogar in Conference League.

Bei Benfica wäre Schmidt übrigens der zweite deutsche Trainer in der Geschichte des 1904 gegründeten Vereins: Kein geringerer als Jupp Heynckes war 1999 und 2000 Trainer der Rot-Weißen, einen Pokal gab es nicht zu bejubeln. Fünf Deutsche zogen bisher als Spieler das Trikot von Benfica an: Robert Enke von 1999 bis 2002 (73 Spiele), Hans Jörg Butt von 2007 bis 2008 (2 Spiele), Luca Waldschmidt von 2020 bis 2021 (43 Spiele) und seit 2020 Julian Weigl. Einzig Hany Mukhtar konnte einen Titel feiern, als er von Januar 2015 bis Juli 2016 dort spielte und sich mit insgesamt einem Einsatz „Portugiesischer Meister 14/15“ nennen darf.

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