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Am Mittwochabend setzte der Ukrainer Roman Yaremchuk im Champions-League-Achtelfinalspiel zwischen Benfica Lissabon und Ajax Amsterdam mit dem Ausziehen seines Trikots ein Zeichen gegen Krieg, wenige Stunden später wurde seine Heimat von russischen Truppen angegriffen. Der ukrainische Fußballverband hat ab sofort bis auf Weiteres alle Fußballwettbewerbe ausgesetzt.


Die Ukraine wird von Russland angegriffen, im Land wurde kurz darauf das Kriegsrecht ausgerufen. Dementsprechend bestätigte auch der Ukrainische Fußballverband UAF am Donnerstagmittag, dass alle Wettbewerbe in allen Altersklassen und Ligen im Land bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Bis eine separate Lösung gefunden werde, sollen keine Fußballspiele stattfinden.

Gespielt wurden in der Premjer-Liha bisher 18 Partien, Tabellenführer ist Schachtar Donezk mit 47 Punkten, vor Dynamo Kiew (45). Schon seit 2014 müssen die beiden Erstligisten Schachtar Donezk und Zorja Luhansk in anderen Stadien spielen, da ihre Heimstätten in den Seperatistengebieten liegen und zudem, infolge des seit 8 Jahren schwelenden Konfliktes dort, beschädigt wurden. Von 2014 bis 2017 trug Schachtar seine Spiele in Lwiw im Westen des Landes aus, dann zog man allerdings nach Charkiw um. International tritt man im Olympia-Stadion von Kiew an, seit dieser Saison auch in der Liga. Zorja trägt seit 2014 seine Spiele in Saporischschja aus.

Zudem hat der Verband offiziell Beschwerde bei der FIFA und UEFA eingereicht und verlangt, dass russische Mannschaften von den laufenden und zukünftigen Turnieren ausgeschlossen werden. Betreffen würde dies in dieser Saison Zenit St. Petersburg und Spartak Moskau, die noch in der Europa League dabei sind. Ukrainische Teams sind nicht mehr bei UEFA-Fußball-Wettbewerben vertreten. Auch im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2022 im Katar könnte es zu Konfikten kommen: Über die Playoffs haben sowohl die russische Nationalmannschaft (gegen Polen, Schweden und Tschechien), als auch die Ukrainer (gegen Schottland, Wales und Österreich) die Chance, sich noch für das Turnier zu qualifizieren. Die Spiele sollen bereits am 24. März stattfinden. Inwieweit die beiden Team beteiligt sein werden/können ist noch unklar.

Sicher aber ist: UEFA-Chef Alexander Ceferin hat für Freitag eine Sondersitzung des Exekutivkomitees berufen. Dort möchte die UAF nochmals an den kontinentalen Fußballverband und die FIFA appellieren. Details der Sitzungsthemen werden dann danach publik gemacht.

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