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UEFA-Präsident Aleksander Ceferi bestätigte gegenüber dem Sender „Sky Sports“: Bei der Europameisterschaft im Sommer wird es keine Spiele ohne Zuschauer geben.


„Die Option, dass irgendein Spiel der EM ohne Fans ausgetragen wird, ist vom Tisch“, sagte Ceferi gegenüber dem Sender.

Nach wie vor sei der Plan, die Europameisterschaft in in zwölf Ländern auszutragen – auch der Standort München sei also weiterhin fest eingeplant.

In einem Interview mit der Zeitung Sportske novosti enthüllte Ceferi jedoch auch Alternativen: „Die ideale Variante ist, in allen zwölf Ländern zu spielen. Aber es ist möglich, dass das Turnier in zehn oder elf Ländern gespielt wird, wenn einige Länder die Bedingungen nicht erfüllen.“

Bis zum 20. April sollen die einzelnen Verbände nun Zeit bekommen, um die Frage zu klären, ob und wie viele Zuschauer in den Stadien im Sommer zugelassen werden können. Danach will die UEFA entscheiden, an welchen Standorten tatsächlich gespielt wird.


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Löw-Abgang: Es krankt ganz woanders!

Jogi Löw geht, Fußballdeutschland jubelt. Doch ist der Abgang des Weltmeister-Machers wirklich das Allheilmittel für den deutschen Fußball, den DFB und alle anderen Probleme in der Welt? Unsere Autorin Solveig Haas hat da ihre Zweifel und arbeitet die Ära Löw und seinen Abgang mit ein paar persönlichen Worten an den Bundestrainer auf.


Ich bin ein großer Fan von Ruhe und Konstanz, glaube, dass das im Fußball manchmal mehr hilft, als immer neue Transfers oder der nächste, gehypte Supertrainer. Was andere „Stallgeruch“ schimpfen, nenne ich „Nestwärme“ oder dieses „ganz besondere Gefühl“, das meinen Verein von allen anderen unterscheidet. Ich sollte sie also mögen, diese Nationalmannschaft und vor allem diesen Trainer, der so verbissen an seinem Posten und seinen Lieblingsspielern festhält, als ginge es wirklich um seine Familie. Ich sollte traurig sein, über den Abgang von Jogi Löw, der jetzt für den Sommer 2020 feststeht. Es würde zu mir und meinem Fußball-Herzen passen.
Aber – und das passiert mir im Leben wie im Fußball selten – ich empfinde beim Ende der Ära Löw kein Emotionen.

Jogi, es liegt nicht an dir, aber ich habe keine Emotionen für diese Entscheidung. Keine Trauer, aber auch keine Erleichterung, kein noch so müdes „Na Endlich!“. Es ist mir einfach egal. Ich schätze dich als Person sehr, glaube du bist ein sehr kluger Mann und ein wirklich guter Trainer. Du bist Weltmeister, hast Mario Götze für sein Zaubertor eingewechselt, das bleibt für immer.
Wenn du außerhalb des Fußballs Dinge kommentiert hast, dann meistens ziemlich klug, du hast oft gesagt, dass vieles wichtiger ist als der Fußball, gerade dieser Tage. Das ist mehr, als es viele deiner Kollegen geschafft haben.

„Die Welt erlebt einen kollektiven Burnout“, sagtest du zum Beispiel zur Corona-Krise und vielleicht lässt sich das auch auf Fußballdeutschland übertragen, zumindest was die Nationalmannschaft angeht. Vielleicht haben wir nach dieser einen, zauberhaften Nacht in Rio ein bisschen überdreht – zu viel schwarz-rot-gold, zu viel „Die Mannschaft“, zu viel Nivea-Werbung. Einfach zu weit weg von dem, um was es geht: Den Fußball und seine Fans.

Machtgier und Profit, die Jagd nach immer neuen Rekorden hätten im Vordergrund gestanden, sagtest du weiter, befragt zu den Ursachen der Coronakrise. Und auch dieses Gefühl ließ sich in den letzten Jahren in Sachen Nationalmannschaft einfach nicht ganz wegschieben. Aber welche Rekorde gibt es noch, wenn man Weltmeister ist? Wenn die Rekordspieler gehen oder aussortiert werden? Viele sagen, damals hättest du schon gehen sollen, mit dem strahlenden vierten Stern im Gepäck. Aber was viele sagen, hat dich eben nie interessiert – eine Qualität, die im Fußballbusiness immer seltener wird.

Dennoch, dass der DFB von Fanseite scharf kritisiert wird, ist nicht neu. Das war auch vor 2014 so. Aber 2014 waren sie trotzdem noch da, die Emotionen. Vielleicht wäre es danach wirklich Zeit gewesen, einen Neuanfang zu wagen, der über den Austausch von Stammspielern hinausgeht. Es ist nicht deine Aufgabe Jogi, aber du und „deine Jungs“, ihr steht nun mal als Aushängeschild für diesen DFB, der endlich einmal zuhören müsste. Die echten Fans zurückgewinnen und nicht künstlich eine Fanbasis zusammenbauen, die wirklich keine Emotionen weckt. Das aggressive Marketing zurückschrauben, Kritik annehmen, sich bewegen, eine neue Ära einleiten.

Ob das mit deinem Abschied beginnt? Ich glaube nicht, dass das Problem bei dir seine Wurzel hat, genauso wenig wie ich glaube, dass die zuletzt schlechten Leistungen der Mannschaft mit der Zwangsrente von Müller und Co zu tun haben. Es krankt ganz woanders. Ich glaube, ihr seid einfach zu weit weg von uns Fans, als dass ein Trainerwechsel große Emotionen auslösen würde. Bei aller „Argentinien hat Messi, wir haben ein Team!“-Seligkeit, habt ihr das Team hinter dem Team hinter dem Team vergessen – die Fans. Aber vielleicht bringt dein Abschied jetzt einen Stein ins rollen, der uns allen die Emotionen zurück bringt. Vielleicht ersetzt dich jemand, der diesen Stein solange erbarmungslos anschubst, bis eine Lawine entsteht. Es wäre nötig.


Von Solveig Haas

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